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Stromnetz

Der Begriff Stromnetz steht in Deutschland meist für das Verbundnetz zur Versorgung der Bevölkerung mit elektrischer Energie.

Um die Verbraucher mit elektrischer Energie zu versorgen ist es notwendig, Leitungen von den Kraftwerken zum Verbraucher zu legen. Über weite Distanzen wird in Deutschland die Energie mittels Dreiphasenwechselstrom mit einer Frequenz von 50 Hz und einer Spannung von bis zu 400 kV übertragen. Erst kurz vor dem Verbraucher wird er auf die bekannte Niederspannung von 230 V Einphasenwechselstrom bzw. 400 V Dreiphasenwechselstrom transformiert. In anderen Ländern sind auch andere Spannungen oder Frequenzen möglich. Weit verbreitet ist auch das System mit 110 V Netzspannung und einer Frequenz von 60 Hz (insbesondere in Nordamerika).

Dabei werden Leistungen von bis zu 600 MW übertragen. Um diese Leistung zu übertragen wird entweder eine hohe Spannung oder ein hoher Strom benötigt (siehe: Leistung). Die Übertragung mit Hochspannung hat sich aus verschiedenen Gründen durchgesetzt, weil

  • Regelzonen der deutschen Übertragungsnetzbetreiberhohe Spannungen technisch leichter zu kontrollieren sind als hohe Ströme,
  • eine hohe Übertragungsleistung gewährleistet ist,
  • geringere Übertragungsverluste auftreten,
  • große Entfernungen überbrückt werden können
    und geringere Investitionen getätigt werden müssen.

Durch die Spannung die anliegt, werden folgende Netze unterschieden: 

  • Höchstspannung 220 oder 380 kV
  • Hochspannung 50 bis 150 kV
  • Mittelspannung 10 bis 30 kV
  • Niederspannung 230 oder 400 V

In Westuropa sind die Spannungen im Höchstspannungsnetz (220kV und 380kV), im Hochspannungsnetz (110kV) und im Niederspannungsnetz (400V/230V) weitgehend standardisiert. Im Mittelspannungsnetz ist eine solche Maßnahme nicht möglich, da in zahlreichen Städten ältere Erdkabel im Einsatz sind, die hierfür mit hohem Aufwand ausgetauscht werden müßten. Man verwendet in dieser Spannungsebene Werte zwischen 6kV und 30kV. In Mittelspannungsnetzen mit hohem Freileitungsanteil ist ein Spannungswert von 20kV üblich. In manchen Ländern werden abweichende Spannungen in den Netzen verwendet. Es gibt auch Länder, in denen höhere Spannungen als 380kV zum Einsatz kommen. In Rußland existiert ein ausgedehntes 750kV-Netz, von den einzelne Leitungen auch nach Polen, Ungarn, Rumänien und Bulgarien führen. In Kanada und in den USA werden Übertragungsspannungen von 735kV und 765kV angewandt. Zwischen dem Kohlekraftwerk Ekibastusz und Elektrostal wurde zu Beginn der 80er Jahre eine Drehstromleitung für 1200kV errichtet, die aber zur Zeit nur mit 400kV betrieben wird.

Im Bereich der Höchstspannungsnetze sind die Netze der einzelnen Betreiber zum nationalen Verbundnetz zusammengeschlossen. Zur Zeit sind dies vier Netzbetreiber in Deutschland: EnBW Transportnetze AG, E.On Netz GmbH, RWE Transportnetz Strom GmbH und die Vattenfall Europe Transmission GmbH.

Nach Angaben des VDN (Verband der Netzbetreiber) beim Verband der Elektrizitätswirtschaft beträgt die Anzahl der in Deutschland im Jahre 2003 installierten Transformatoren 557.000 Stück.

Diese Betreiber sind Mitglieder im UCTE und somit auch am euröpäischen Verbundystem beteiligt.

Neben diesen vier Netzbetreibern gibt es noch um die 900 weitere Netzbetreiber, die auf regionaler Ebene agieren.

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